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Jacques Lecoq

* 15.12.1921
19.01.1999

»Tatsächlich habe ich meine Arbeit mit einem doppelten Ziel konzipiert: Ein Teil meines Interesses richtet sich aufs Theater, ein anderer auf das Leben. Ich habe immer versucht, Leute auszubilden, die in beidem gut sind. Vielleicht ist das eine Utopie, aber ich wünsche mir, daß der Schüler ein Lebendiger im Leben und ein Künstler auf der Bühne ist.« Jacques Lecoq

Lecoq war zunächst professioneller Schwimmer und Turner, bevor er den Weg zur Bühne und zur Körpersprache fand. 1948 zog er für acht Jahre nach Italien, wo er zunächst Lehrer für Pantomime am Universitätstheater Padua war und dabei die Commedia dell'arte und deren Masken entdeckte. Von Giorgio Strehler und Paolo Grassi eingeladen, wurde er 1951 zunächst Lehrer an der Theaterschule am Piccolo Teatro in Mailand, um später auch die Leitung zu übernehmen. Dort arbeitete er u. a. auch mit Dario Fo und Anna Magnani zusammen. 1956 ging er zurück nach Paris und gründete die Internationale Schule für Pantomime, Bewegung und Theater. Es interessierte ihn, unterschiedlichste Menschen mit sprachlichen, milieubedingten oder ganz persönlichen Differenzen zusammenzubringen, um mit ihnen eine gemeinsame »Theatersprache« zu finden. Sein Unterricht bündelte viele Stilmittel des Theaters: die Commedia dell’arte ebenso wie die griechische Tragödie, Melodrama, Pantomime, Masken, Musik, dramatische Akrobatik und das Schreiben.

Seine Schauspielschule in Paris ist seit den sechziger Jahren Anlaufpunkt für Theaterschüler aus der ganzen Welt. Zu seinen bekanntesten ehemaligen Schülern zählen so unterschiedliche Theaterleute wie Luc Bondy, Simon McBurney, Christoph Marthaler, Ariane Mnouchkine und Yasmina Reza.

Seine Arbeit dokumentierte Lecoq durchgehend auf Video. Außerdem produzierte er zwei Dokumentationen für das französische Fernsehen und ARTE brachte 1999 Les deux Voyages de Jacques Lecoq von Jean-Noel Roy und Jean-Gabriel Carasso.

Weitere Infos unter:

L'Ecole internationale de théâtre Jacques Lecoq

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